Katzen

7 Fakten über die Ernährung der Katze, die ihr noch nicht wusstet

Die Ernährung der Katze ist ein sehr wichtiges und nicht ganz einfaches Thema. Man sollte sich als Katzenbesitzer damit beschäftigen, um den Bedürfnissen der Katze optimal nachkommen zu können. Vor allem ist es wichtig, genau Bescheid zu wissen, wenn man sich dazu entscheidet, seine Katze zu Barfen. In Fertigfutter sind alle für die Katze wichtigen Zusätze bereits mit drin, von daher braucht man sich da keine Gedanken machen. Aber auch bei Fertigfutter gibt es qualitative Unterschiede bezüglich der Inhaltsstoffe, auf die man achten kann. In diesem Artikel findet ihr alle wichtigen Grundlagen und Besonderheiten der Ernährung der Katze!

1. Grundlagen der Ernährung der Katze allgemein

Unsere Katzen sind strikte Karnivoren (Fleischfresser). Sie haben eine sehr hohe Verdauungskapazität für Proteine und Fette und dagegen eine sehr geringe Kapazität was Stärke-, Zucker- und Faserverdauung angeht. Außerdem haben sie sehr hohe Ansprüche an die Proteinqualität und -quantität. Das heißt, ein gutes Katzenfutter sollte möglichst viele (hochwertige) Proteine enthalten und möglichst wenige Kohlenhydrate.

2. Arginin ist für Katzen essentiell

Arginin ist eine Aminosäure, das heißt ein Proteinbaustein. Sie hat im Körper eine wichtige Funktion, denn sie ist entscheidend am sogenannten Harnstoffzyklus beteiligt. In diesem Zyklus werden stickstoffhaltige Abbauprodukte, wie zum Beispiel Ammonium, in Harnstoff umgewandelt, der dann mit der Niere ausgeschieden werden kann. Fehlt jetzt in unserem Fall Arginin, dann kann dieser Zyklus nicht ablaufen und es kommt zu einem Überschuss an Ammonium im Körper. Bei der Katze führt das zu Erbrechen, Krämpfen, Störungen im Gangbild, Koma und im schlimmsten Fall zum Tod.

Die gute Nachricht ist, dass Arginin eigentlich in den meisten Proteinquellen in ausreichender Menge enthalten ist. Es kommt also eigentlich nie vor, dass Arginin in einer Katzenmahlzeit fehlt.

3. Taurin ist für Katzen essentiell

Taurin ist eine sogenannte Aminosulfonsäure, die viele wichtige Funktionen im Körper übernimmt. Zum Beispiel ist sie mitbeteiligt an der Herzfunktion und der Entwicklung des zentralen Nervensystems. Außerdem ist sie ein starkes Antioxidans und ist wichtig für die Bildung der Gallensäuren, die wiederum bei der Fettverdauung eine Rolle spielen. Normalerweise wird Taurin aus den beiden Aminosäuren Methionin und Cystein abgebaut. Die Katze kann jedoch auf diesem Wege nur eine sehr geringe Menge an Taurin gewinnen. Um ihren Bedarf an Taurin zu decken, muss sie es zwingend mit der Nahrung aufnehmen.

Folgen eines Taurinmangels können zum Beispiel sein:

  • Retinaatrophie (Absterben der Netzhaut im Auge)
  • Dilatative Kardiomyopathie (eine Herzkrankheit, die dazu führt, dass das Herz sich ausweitet und schlechter pumpt)
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Entwicklungsstörungen

Hervorgerufen wird ein solcher Mangel zum Beispiel durch die Fütterung von Futter mit geringer Proteinqualität oder durch vegetarische Ernährung ohne Zusatz von Taurin.

4. Arachidonsäure und Docosahexaensäure sind für Katzen essentiell

Arachidonsäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die zu den Omega-6-Fettsäuren gehört. Bei uns Menschen und den anderen Säugetieren wird Arachidonsäure aus Linolsäure gebildet. Bei der Katze funktioniert dies nicht, weshalb auch diese Fettsäure zwingend mit der Nahrung zugeführt werden muss. Arachidonsäure kommt vor allem in tierischen Lebensmitteln vor, sehr selten bis gar nicht in Pflanzen. Das heißt, eine vegetarische Ernährung kann einen Arachidonsäuremangel herbeiführen, der wiederum zum Beispiel zu einer verminderten weiblichen Fruchtbarkeit führen kann.

Docosahexaensäure ist ebenfalls eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die allerdings zu den Omega-3-Fettsäuren gehört. Sie wird beim Menschen aus Linolensäure synthetisiert. Bei der Katze muss auch diese Fettsäure mit der Nahrung zugeführt werden, weil sie sie nicht in ausreichender Form aus Linolensäure herstellen können. Docosahexaensäure übernimmt wichtige Funktionen im Körper, sie ist zum Beispiel ein wichtiger Bestandteil von Nervenzellen. Sie ist vor allem im Gehirn und in der Netzhaut zu finden. Fehlt also diese Fettsäure im Körper der Katze, kann es zu im schlimmsten Fall zu einer verzögerten Entwicklung von Netzhaut und Nervensystem kommen.

5. Katzen können Kohlenhydrate nur begrenzt vertragen

Katzen haben sehr wenige Enzyme, die Kohlenhydrate spalten können. Das bewirkt, dass sie es nicht gut vertragen, wenn im Futter viele Kohlenhydrate enthalten sind. Füttert man einer Katze zu viele Kohlenhydrate, dann kann das schlimme Durchfälle auslösen.

6. Vitamin A kann nicht aus Provitamin A gebildet werden

Beim Menschen ist es so, dass das sogenannte beta-Carotin, was viel in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt, im Körper in Vitamin A umgewandelt werden kann. Man nennt es aus diesem Grund auch Provitamin A. Die Katze kann das nicht, bei ihr ist die Aufnahme von beta-Carotin wirkungslos. Es ist also wichtig, der Katze Lebensmittel zu füttern, die reines Vitamin A enthalten. Solche sind ausschließlich tierischen Ursprungs. Sehr Vitamin A – reich ist zum Beispiel Leber. Aber Vorsicht! Es entsteht schnell die Gefahr einer Vitamin A – Überversorgung, was fatale Folgen wie Verknöchernden vor allem im Halsbereich und damit einhergehende Bewegungsstörungen haben kann. Ein Beispiel: Die Aufnahme von 6g Rinderleber deckt bereits den gesamten Tagesbedarf der Katze an Vitamin A.

7. Vitamin D und Niacin sind für Katzen essentiell

Katzen (und Hunde) können anders als die andere Säugetiere kein Vitamin D im Körper herstellen. Die Bildung von Vitamin D über die Einwirkung von Sonnenlicht, über die der Mensch fast 90% seines Bedarfs an Vitamin D deckt, funktioniert bei ihnen nicht. Das bedeutet, dass im Futter der Katze immer genug Vitamin D enthalten sein muss. Lebensmittel mit hohem Vitamin D Gehalt sind zum Beispiel Leber von verschiedenen Tierarten und fettreiche Fische.

Was Katzen ebenfalls nicht selbst im Körper bilden können, ist Vitamin B3, auch genannt Niacin. Beim Mensch und den anderen Säugern wird dieses Vitamin, was im Körper eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung für den Stoffwechsel spielt, aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Vor allem in Fisch, Innereien und besonders Rindfleisch ist viel Niacin enthalten. Einen Niacinmangel kann man unter anderem an Symptomen wie körperlicher Schwäche oder Verdauungsproblemen erkennen.

Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkle zum Thema Ernährung der Katze bringen!

Bei Fragen oder Anregungen schreibt mir gerne in den Kommentaren oder hier!

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