Katzen

Adipositas – wenn die Katze übergewichtig ist

Das Problem, eine übergewichtige Katze zu haben, die einfach nicht abnehmen will, kenne ich nur zu gut aus eigener Erfahrung. Mein Kater Peachy ist (bzw. war) das beste Beispiel für eine zu liebgehabte und deshalb überfütterte Katze.

… leider sind es nicht nur Haare…

Ich möchte euch hier den ultimativen Ratgeber an die Hand geben, mit dem ihr die Zusammenhänge verstehen könnt und wisst, wie ihr am besten gegen das Übergewicht vorgeht.

Wie definiert sich eigentlich eine Adipositas?

Man sagt, es handelt sich dabei um ein Übergewicht von mehr als 20% des Idealgewichtes mit massiver Ansammlung von Fettgewebe. Das kann die Gesundheit und auch die Lebenserwartung der Katze erheblich beeinträchtigen.

Unschöne Folgen, die eine solche Adipositas haben kann, sind folgende:

  • Zunächst einmal sinkt die körperliche Aktivität, was schlecht ist, weil die Katzen dadurch nur noch mehr an Gewicht zunehmen.
  • Es können sich sogenannte Osteoarthrosen – das sind chronische Gelenkserkrankungen, die häufig unter anderem Schmerzen verursachen – bilden.
  • Hauterkrankungen
  • Bluthochdruck & Erkrankungen des Herzmuskels
  • Hyperlipidämie (zu hohe Blutfettwerte)
  • Akute Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Inkontinez
  • Tumoren
  • Kurzatmigkeit
  • Hitzeintoleranz
  • erhöhtes Narkoserisiko
  • Erkrankungen der Schilddrüse

Woran erkenne ich nun, dass meine Katze zu dick ist?

Man beurteilt das Körpergewicht bei unseren Haustieren über den sogenannten BCS, den Body condition score. Dieser geht von 1-9, optimalerweise sollte eine Katze einen BCS von 5 haben. Dabei ist die Taille sichtbar, ihre Rippen sind nicht sichtbar aber leicht tastbar mit einer dünnen Fettschicht darüber und es ist kaum Bauchfett vorhanden.

Wie kommt es dazu, dass eine Katze adipös wird?

Im Prinzip ist es einfach so, dass es im Körper zu einem dauerhaften Überschuss an Energie kommt & diese Energie wird dann in Form von Fett eingelagert. Dafür gibt es verschiedenste Gründe, die meisten hängen allerdings (logischerweise) mit der Fütterung zusammen.

  • Das Futterangebot kann zu hoch sein. Zum Beispiel sollte eine Katze nicht den ganzen Tag Futter zur freien Verfügung haben. Speziell nach der Kastration ist das gefährlich, weil die Stubentiger dann gefräßiger werden.
  • In diesem Zusammenhang: Falsche Fütterung nach der Kastration. Nach einer Kastration ändert sich der Energiebedarf der Katzen, weshalb man auf Futter speziell für kastrierte Katzen umsteigen sollte ( schaut euch doch meinen Artikel zum Thema Kastration an 🙂 )
  • Oft holen sich Katzen außerhalb von zuhause Futter, zum Beispiel bei den Nachbarn. Das führt natürlich zu einer für die Katzenbesitzer unkontrollierbaren Futteraufnahme, was das Fütterungsmanagement umso schwerer macht.

Woran man natürlich auch denken muss sind Erkrankungen, die mitunter zu einer Adipositas führen können. Dazu zählen vor allem Endokrinopathien, das heißt Erkrankungen des endokrinen Systems, die eine hormonelle Störung nach sich ziehen. Dabei sind unter anderem die Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) sowie der Hyperadrenokortizismus (Cushing-Syndrom) zu nennen.

Eine andere Ursache, die man nicht vergessen darf, sind Medikamente. Bekommt deine Katze zum Beispiel Glukokortikoide wie Cortison, Hormonpräparate oder Neuroleptika, kann das mit ein Auslöser für Adipositas sein.

Was kann man jetzt gegen Adipositas bzw. Übergewicht bei der Katze tun?

Eure Katze muss auf Diät gesetzt werden. Dabei sind folgende Dinge wichtig:

  • Die Energieaufnahme muss gesenkt werden (das heißt weniger und/oder energieärmeres Futter) und gleichzeitig muss der Energieverbrauch gesteigert werden (das heißt eure Katze sollte sich optimalerweise mehr bewegen).
  • Man muss unbedingt darauf achten, dass man trotz der Diät den Nährstoffbedarf der Katze ausreichend deckt und dass die Ernährung ausgewogen ist.
  • Die Versorgung mit Proteinen sollte reichlich sein. So verhindert man den Abbau von Muskeln, denn man möchte ja nur das überschüssige Fett abbauen und die Muskeln eher aufbauen.
  • Wie oben schon erwähnt ist Bewegung ganz wichtig! (Ein Tipp den ich euch geben kann: Kauft eurer Katze einen kleinen Spielball mit Löchern drin, den man mit Trockenfutter befüllen kann. Damit Trockenfutterbröckchen aus dem Ball fallen und sie so ihr Essen bekommt, muss sie den Ball durch die Gegend kicken – so schlagt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe! Einen solchen Ball findet ihr zum Beispiel hier:

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Am Besten und Sichersten ist es, zu einem Tierarzt zu gehen und sich von diesem genau ausrechnen zu lassen, wieviel Gramm Futter pro Tag eure Katze bekommen muss, um bis auf ihr Idealgewicht abzunehmen, bzw. ob es ein besonderes Spezialfutter gibt, das ihr eurer Katze während der Diät geben könnt.

Die zu bevorzugende Diät ist die sogenannte Reduktionsdiät. Dabei senkt man idealerweise die Energiedichte bei gleichbleibender Futtermenge und gleichbleibender Nährstoffzufuhr. So kann trotz geringerer Energie im Futter dank der gleichbleibenden Futtermenge ein (mechanisches) Sättigungsgefühl erreicht werden. Dafür gibt es zum Beispiel speziell entwickelte Futter, die eine geringere Energiedichte haben, euren Liebling aber trotzdem ausgewogen ernähren. Achtet bei eurer Katze, wie eben schon gesagt, vor allem darauf, dass sie genug Protein zu sich nimmt, das ist wirklich wichtig!

Was man vermeiden sollte…

Auf keinen Fall sollte man eine Diät machen, bei der lediglich die Futtermenge reduziert wird. In diesem Fall wird nämlich zwar die Energiezufuhr gesenkt, alle anderen Nährstoffe werden aber auch nicht mehr ausreichend aufgenommen. So wird eure Katze früher oder später in einen Proteinmangel rutschen. Dadurch werden dann vermehrt Muskeln als Fett abgebaut, was völlig kontraproduktiv ist. Außerdem fällt so auch der Faktor der mechanischen Sättigung weg.

Absolut nicht empfehlenswert ist außerdem ein vollständiger Futterentzug. Bei Katzen, und vor allem bei fetten Katzen, ist das sogar sehr gefährlich. Bekommen sie kein Futter mehr, beginnt der Körper mehr und mehr Fett zu mobilisieren – dieses muss in der Leber verstoffwechselt. Schafft die Leber das nicht mehr, beginnt sie, das überschüssige Fett einzulagern – und es kommt zur Leberverfettung (idiopatische Hepatolipidose). Deshalb ganz wichtig: Niemals einer (zu dicken) Katze das Futter entziehen!!

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel weiterhelfen und eure Katze ist schon bald auf dem Weg zurück zu ihrem Idealgewicht.

Mein Kater Peachy hat jedenfalls schon große Fortschritte gemacht! Bald ist er wieder schlank und rank… unter seinem ganzen Fell 😀

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